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Studie zu deutschem Sicherheits-Knowhow

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Und alles kam so wie erwartet – Marktstudie zu deutschen Sicherheitstechnologien und Dienstleistungen 2008 – 2015

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie veröffentlichte 2009 die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH und die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e.V. eine Studie über den Markt für Sicherheitstechnologien und Dienstleistungen in Deutschland. Sie umfasste Wachstumsperspektiven und Marktchancen für deutsche Unternehmen. Der Zeitraum belief sich auf die Jahre 2008-2015.

Das Jahr 2015 neigt sich nun dem Ende und es ist höchste Zeit diese Studie Revue passieren zu lassen. Was waren die Erwartungen und Vorhersagen an die Branche? Sind diese eingetroffen? Können zukünftige Studien nützliche Ausblicke auf Entwicklungen, Trends oder sogar Krisen geben?

Auf 251 Seiten wurden unterschiedliche Bereiche der Sicherheitsbranche auf Herz und Nieren geprüft. Gleich am Anfang wurde auch deutlich, dass die Sicherheitsbranche so umfangreich ist, dass eine Abgrenzung notwendig ist. Diese Abgrenzung ist sehr gut gelungen, trotz verschwommener Grenzen in vielen Teilbereichen. Die Studie unterscheidet zwischen 8 Teilsegmenten:

  • Kontrollen und Gefahrenstoff-/Elementerkennung
  • Identifikation, Authentifizierung incl. Biometrie und RFID
  • IT-Sicherheit
  • Schutz vor Brand, Gas und Rauch
  • Schutz vor Diebstahl, Einbrüchen und Überfällen incl. Videosysteme
  • Information und Kommunikation über Gefährdung bzw. im Gefährdungsfall
  • Ausstattung für Tätige im Bereich zivile Sicherheit
  • Ermittlungen Forensik

In diesem Beitrag betrachten wir nur das 5. Segment. Hier sind Videosysteme und generell Videoüberwachung mit integriert. Dieses Segment weißt auch das größte Marktvolumen auf.

Bereits 2008 bewerteten die Experten die Lage des Sicherheitsmarktes zunehmend positiv. Bis 2015 wurden sogar Wachstumsraten von bis zu 30 % prognostiziert. Diese Voraussage scheint sich größtenteils auch bestätigt zu haben.

Wir erinnern uns an die BHE-Marktprognosen des deutschen Sicherheitsmarktes für das Jahr 2015. Auch wenn in dieser Erhebung die Marktsegmente anders abgegrenzt wurden und das Marktvolumen niedriger ausfiel, sieht man von 2011-2015 einen Zuwachs von mindestens 18 %.

An dieser Stelle muss jedoch gesagt werden, dass das Ziel der Marktstudie keine Ermittlung belastbarer Zahlen war, sondern vielmehr eine Aussicht auf die grundsätzliche Struktur der Branche geben sollte.

Daherwurden die wichtigsten Aussagen über die Branche in einer Analyse der Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken zusammengefasst.

swot-analyse deutscher Sicherheitsmarkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon hier wurde eins der größten Risiken für die Branche adressiert. Der Mangel an Fachkräften, besonders im Dienstleistungsbereich. Zugegebenermaßen scheint das Problem des Fachkräftemangels immer aktuell zu sein, eine schnelle Lösung scheint es dafür nicht zu geben. Auch wenn viele theoretische Konzepte vorliegen, einer praktischen Umsetzung stehen immer noch zu viele Barrieren gegenüber. Klar ist jedoch, dass dieses Problem Segmentübergreifend die ganze Branche viel Geld gekostet hat und kosten wird.

Doch es gibt auch Lichtblicke in der Studie. Besonders herausgestellt wurden dabei die Kompetenz in der Bildverarbeitung und die Fähigkeit zur komplexen Systemintegration.

In der Bildverarbeitung hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Der digitalisierungsgrad ist extrem fortgeschritten, vor allem was Videoüberwachung angeht. Die Integration von IP Netzwerkkameras hat gleichzeitig neue Tools zum Monitoring hervorgebracht. Mit den zahlreichen neuen Technologien scheint der Begriff Videoüberwachung sogar veraltet zu sein. Längst werden Kameras nicht nur zur Bewachung eingesetzt, sie dienen z.B. im Retail zur Verhaltensanalyse von Kunden. Ganze Eintrittsbereiche können inzwischen problemlos und automatisch mit Kameras gesteuert werden. 4k-Auflösung und mobile Videosysteme sind feste Größen und keine Zukunftsmusik mehr. Die Trends die sich 2008 schon abgezeichnet haben, sind heute fest etabliert.

Was die Fähigkeit zur komplexen Systemintegration angeht hat die Studie auch hier eine weise Voraussicht bewiesen. Längst verlangen die Kunden Komplettlösungen aus einer Hand. Die Vorteile sind klar: Ein System für alle Sicherheitsbereiche von einem einzigen Anbieter, weniger Kommunikationswege, weniger Schnittstellen, weniger Arbeitsaufwand für den Kunden.

Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit der ebenfalls in der Studie angesprochenen Konvergenz der Märkte im Sicherheitsbereich. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Anbietern verschwimmen immer mehr. Ein Spezialist für IP-Videoüberwachung sollte am besten auch Knowhow im Bereich IT-Sicherheit mitbringen, ein Überwachungssystem nicht nur Sicherheit bringen, sondern auch Kosten sparen und Prozesse optimieren. Die Anforderungen steigen proportional mit dem technologischen Fortschritt.

Diese Entwicklung lässt vermuten, dass Firmen die sich auf einen einzigen Bereich oder eine Nische spezialisiert haben, bald nicht mehr gebraucht werden. Dies wäre jedoch ein Trugschluss. Spezialisten werden immer gebraucht, nur die Anforderungen an spezielle Lösungen wachsen ständig. Mit diesen mitzuhalten ist die größte Herausforderung für Nischen-Unternehmen.

Das Ergebnis dieser Betrachtung kann ein extrem hilfreicher Wegweiser für das eigene Unternehmen sein. Doch welchen Nutzen kann der Einzelne für sich aus solchen Studie ziehen? Wenn die vielen Anzeichen vorher nicht erkannt wurden, kann diese Studie als Weckruf dienen. Die Trends gehen immer mehr in Richtung allumfassender Komplettlösungen für den Bereich Sicherheit. Die Nachfrage nach solchen Lösungen scheint immer weiter zu steigen, ob die einzelnen Anbieter diese jedoch aufgrund von Fachkräftemangel bedienen können, ist fraglich. Sicher ist, die alten Markstrukturen haben sich bereits verändert und werden sich in Zukunft noch drastischer ändern. Wer sich jetzt nicht bewegt, der verliert.

Diese Studie hat mit vielen Aussagen und Prognosen bis heute Ihre Gültigkeit behalten. Was fehlt ist eine gleichwertige Ausarbeitung für die nächsten Jahre. Wir können gespannt bleiben.

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